Grußwort Herbst 2019

 

Ein Jahr ist schon wieder vergangen, es wird Zeit für ein neues Grußwort. Denn die Herbstoffensive 2019 steht in den Startlöchern. Herbstoffensive heißt: Neues Buch,  neues Album, und der erste eigene Kalender mit mir als einzigem Motiv. 

Mit anderen Worten: WELCOME TO THE DANGER ZONE

Der Reihe nach:

 

  1. Nach Notat zu BettVier Jahre lang habe ich in einer Zeitschriftenkolumne öffentlich Tagebuch geschrieben, es fing an als Parodie auf Diarien bedeutender Schriftsteller („Nachmittags eine Gabe von Thee“), entwickelte jedoch bald ein ganz eigenes Leben in einem weiten Feld zwischen unernster Figurenrede, Kurzessayistik, Aphorismus, Quatsch, Trübsinn und auch nicht wenig Tiefsinn. Aus dieser Kolumne ist nun ein Buch geworden. Aufgeteilt in zwölf Monate findet hier weltenweit Entferntes zusammen: „Alltagsbeobachtungen“, Lektüren anderer Autoren, Privatfernsehabende bei recht viel Alkohol, Reisenotizen, Selbstbeobachtung beim Altern, alberne „Karrieretipps“, manchmal auch Poesie. Damit ist die „Intimschatulle“ in dieser Form ohne Vorbild.

    „Tatsächlich bietet die „Titanic“ zur Zeit kaum Lesenswerteres als die lakonisch hingeworfenen und angenehm ironiefreien Berichte, Notizen und Einlassungen aus dem Alltag eines mit sich selbst hadernden Autors, alternden Entertainers und Bewohners eines eher bürgerlich erscheinenden Singlehaushalts in Hamburg-St. Pauli samt Nachbarhund, Beerenfrühstücken und quälenden Freundin-Ulla-Besuchen“
    Fritz Tietz, Konkret

    „Ein verlässlicher monatlicher Segen“
    Spiegel online

  2. Das Album AUFSTAND DER DÜNNEN HIPSTERÄRMCHEN dürfte mich nun auch in seiner eigentlichen Kernkompetenz, der Musik, zur verdienten Numero Uno katapultieren. O-Ton Ich: „Im Unterschied zu den ganzen Hip-Hop-Affen kann ich einen Notenschlüssel von einer Sechzehnteltriole unterscheiden. Die gehörlosen Trottel sollen mal sehen, was eine Harke ist.“ Die zwölf vom Meister (ich) persönlich mundgeblasenen und handgerüttelten Premium-Pop-Perlen bewegen sich in einer Range  großen Umfangs. O-Ton wieder ich: „Theoretisch kann ich alles, von Abba bis Zappa, von Jazz bis reaktionäres Liedgut, aber aus falscher Bescheidenheit habe ich mich auf einfaches musikalisches Vokabular beschränkt.“ Weg vom Hochfeuilleton, hin zu Rummel, Schlager move, Harley Days und Rock am Ring, ich will wirklich alle mitnehmen. AUFSTAND DER DÜNNEN HIPSTERÄRMCHEN ist dennoch mehr als nur einfache, geile Bumsmusik, es zeichnet ein fein ziseliertes, tiefenscharfes Portrait unserer modernen Häppchengesellschaft und spart auch nicht mit gesellschaftskritischer Kritik. „Wen ich ins Visier nehme, kann einpacken“.  Ob dünndreiste Hipster (AddH), Serienmörder (kleins Wohnung), Latte-Machiato-Wahnsinn (braunes Gold), greise, geile Männer (alter Vater) oder schlecht gebaute Schiffe (Costa Concordia); ich lasse kein noch so abseitiges Tabuthema aus. „Den Rest kannst Du Dir gepflegt am Arsch abfingern.“
  3. FANTASIES 40 + .Was es nicht alles an sog. sexy Kalendern gibt! Stallburschen, Killer Pussycats, erotischer Karpfenkalender, Gefesselter Akt, Alpengirls, Schön&Rund, Zarte Blüten, Traummänner usw. usf. Sucht man im Netz nach „erotischen Kalendern für alte Menschen“ , sieht die Trefferliste allerdings mau aus. Es finden sich der „Rentnerkalender 2018“ (mit Lesebändchen und Gummiband), „iGuernburn digitaler Kalender“ (mit großem Bildschirm für Demenz, Alzheimer, Senioren), „Achtung Rentner“(Wandkalender), der „Countdown Kalender Ruhestand“ und der „Rentner-Planer 2019“ mit Gummiband (Was es wohl auf sich hat mit diesem Gummiband?).Mit präziseren Suchbegriffen wie „Sexkalender für Rentner“ oder „Geiler Senioren-Almanach“ kommt man gleich gar nicht weiter, selbst im Darknet tote Hose. Heißt, wieder einmal: Fortgeschrittene Semester und Erotik scheinen nicht zusammenzupassen, Sex im Alter ist auch im einundzwanzigsten Jahrhundert immer noch ein Tabu. Das soll, das MUSS sich ändern. Aus diesem Grund habe ich mich zu einem gewagten Schritt entschlossen,  nämlich einen auf die erotischen Bedürfnisse betagterer Menschen angepassten Kalender zu gestalten. Einziges Motiv: Ich selbst, Baujahr 62, heißt: auch nicht mehr ganz „taufrisch“. Meine fröhliche, dem Leben zugewandte Devise: Ein Mann in den späten Fünfzigern zeigt-nicht ohne Koketterie, dafür aber mit einer gehörigen Portion Augenzwinkern-was er „hat“. Das mindert Schwellenängste, zerstreut Bedenken, löst Selbstzweifel in Luft auf. Denn: Auch ein verbrauchter, alter Körper hat noch verborgene Reize! In sanftes Licht getaucht und liebevoll in Szene gesetzt, sieht man über viele Schwächen großzügig hinweg: Winkfleisch, Elchschaufeln, Betonhüfte, Salinobeine, Fettbrust – so what? Wir werden alle nicht jünger!.Es geht in diesem sehr persönlichen Kalender nicht um Schweinereien, um perverse Hardcore-Praktiken, um kalten Hochleistungssex oder Obsessionen jeglicher Art, vielmehr gibt der Begriff Softerotik den (frivolen) Ton an. Dabei, und auch das ist neu und innovativ, wird niemand ausgeschlossen. Der Untertitel könnte daher auch lauten: UNISEX – FÜR SIE UND IHN.Zwölf sanft elektrisierende, gefühlsechte Motive, die zum Träumen verführen, im „erotischen Gedächtnis“ graben, die nur mehr lauwarmen Säfte behutsam wieder in Wallung bringen. Streicheln statt fingern, kuscheln statt rammeln, behutsame Erregung, wo doch in der modernen Häppchen-Gesellschaft schneller Instant-Sex zur gefühllosen Regel geworden ist. Dieser Kalender ist VPLE: Vielfalt Pur Live Erleben! Er will eine Lanze brechen, Alterserotik aus der Schmuddelecke herausführen, ein kleiner Schritt in die richtige Richtung sein. Damit der moderne Senior von heutzutage selbstbewusst bekennen kann: Die besseren Töpfe stehen auf den hinteren Herdplatten!

Ein schöner, ein abwechslungsreicher, ja aufregender Herbst/Winter 2019 erwartet uns also. Jetzt noch Folgendes: Drei Frösche kamen zu einem Krug voll Sahne, Sie sprangen hinein und schlugen sich den Bauch voll. Als sie sich satt gefressen hatten, wollten sie den Krug verlassen, doch die Wände waren zu hoch und zu glatt. zwei Frösche ließen sich resigniert auf den Boden sinken und ertranken. Der dritte Frosch aber hatte es sich zur Angewohnheit gemacht, niemals aufzugeben, er strampelt und ruderte, und plötzlich wurde die Sahne zu Butter und der Frosch konnte herausspringen.

Gecheckt?

Also:  

Denk 100 km breit und 1 cm tief!

Nur wer gar nichts tut macht keine Fehler !!

Wer sich nicht selbst gehorchen kann, muss anderen gehorchen !!!

Geh schnell oder geh nach Hause!!!!

Schönste Grüße, Heinz Strunk 

 

Videos aus dem neuen Album „Aufstand der dünnen Hipsterärmchen“


Juergen_Plakat

Fast zehn Jahre hat es gedauert, bis wir JÜRGEN machen konnten, wirklich sagenhaft, geradezu grotesk, welche Wiederstände es zu überwinden galt. Die Story: Zwei ganz arme Willis (Jürgen und Bernd, gespielt von Charly Hübner und mir) wollen trotz extremer Chancenlosigkeit und fortgeschrittenem Alter endlich eine Frau finden und landen schließlich im Liebesdrückerbus nach Polen. Neben Peter Heinrich Brix und Friederike Kempter sind in Nebenrollen auch Klaas Heufer-Umlauf, Olli Schulz und Rocko Schamoni zu sehen.

Jürgen-Presseheft